Buntglasfenster PDF Print E-mail

Das Kirchengebäude

Es gibt seit mindestens 1200 Jahren eine christliche Kirche an dieser Stelle und die örtliche Überlieferung hat immer die früheste Gründung mit dem keltischen Heiligen  Modan aus dem 6. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Irgendwann während der nächsten drei Jahrhunderte soll das Aussehen eines frühen Gebäudes ihm den Namen Egglesbreth, die gesprenkelte Kirche, gegeben haben. Dieser Name wurde als „Faw Kirk” ins Schottische übersetzt. Im 12.Jahrhundert ging die Kirche in die Hände der Augustiner-Chorherren der Abtei Holyrood über, in deren Besitz sie bis zur Reformation von 1560 blieb. Hundert Jahre zuvor war eine neue kreuzförmige Kirche erbaut worden. Im Zentrum war ein quadratischer Turm mit „hohen Bogen”, dessen Überreste noch immer beim Durchgang von der Vorhalle zu den seitlich gelegenen Räumen zu sehen sind.

In den 30er-Jahren des 18. Jahrhunderts wurde der achteckige Glockenturm von  William Adam, dem Vater des berühmten Robert, auf den existierenden Turm aufgesetzt. Beide wurden erhalten, als das gegenwärtige, vom Architekten James Gillespie Graham entworfene Gebäude im Jahr 1811 erbaut wurde. Der südliche von Sir Robert Rowand Anderson entworfene Erweiterungsbau wurde im Jahr 1892 hinzugefügt. Er schlie?t den oberen Gemeindesaal ein und hilft, das ursprüngliche kreuzförmige Aussehen wiederherzustellen. In den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Friedhof  ausgeräumt und die alten Gebäude längs der High Street wurden entfernt.

Seit der Vereinigung mit St Modan's Church im Jahr 1986 ist das Gebäude die Andachtsstätte der Kirchengemeinde von Falkirk Old and St Modan's Parish Church. Als man Mitte der 90er-Jahre westlich vom Gebäude einen neuen Gemeindesaal anbaute,  wurde er passenderweise „St Modan's Hall” genannt.

Buntglasfenster in Falkirk Old and St Modan's Church

Die ersten Buntglasfenster in diesem Gebäude wurden im Jahr 1852 von Ballantine und Allan, Edinburgh, an der Nordwand auf beiden Seiten der Kanzel eingesetzt. Die obere Hälfte dieser Fenster ist heute unter der Empore an der Ost- und an der Westwand zu sehen. Die Fenster oberhalb der Empore an den gleichen Wänden wurden im Jahr 1862 eingesetzt und wurden auch von Ballantine und Allan geschaffen.

Die zwei gro?en Buntglasfenster, die diese früheren Fenster an der Kanzelwand ersetzten, wurden im Jahr 1897 eingebaut. Sie wurden von Christopher Whitworth Whall, London (1849-1924) geschaffen, der eine prominente Persönlichkeit der Arts-and-Crafts-Bewegung und ein einflussreicher Lehrer der Glasmalerei war. Die Fenster wurden durch eine Hinterlassenschaft von Archibald Melville ermöglicht. Sie sind dem Andenken an seinen Vater, John Melville von Kersehill, und an seine Ehefrau und sein Kind gewidmet, die alle vor ihm verstorben waren.

Die vier Fenster an der Nordost- und der Nordwest-Ecke wurden im Jahr 1972 neu verglast. Eine Schenkung von Miss Buchanan, die der Kirche nach ihrem Tod 1990 eine beträchtliche Summe hinterließ, hat dieses Projekt finanziert. Sie sind mit Rautenglas in hellen gelben, grünen und blauen Farbtönen verziert und jedes trägt oben ein einziges Symbol, alpha (im Ostfenster) und omega (im Westfenster). Zwischen diesen, an den Ecken der Nordwand, ist ein Kelch auf dem einen und das chi-rho Symbol – die ersten zwei Buchstaben des Wortes‚ Christus’ auf Griechisch – auf dem anderen.

Das Thema der Fenster

Das Thema der Fenster von Christopher Whall  an der Kanzelwand der Kirche ist die Erfüllung des Gesetzes durch die Liebe; erstens unsere Pflicht Gott gegenüber (die Liebe zu Gott) und zweitens unsere Pflicht den Menschen gegenüber (die Nächstenliebe).

Das Westfenster (links, wenn man zur Kanzel hinschaut) erläutert seinen Text: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen deinen Kräften und von ganzem Gemüt”. Auf den vier Spitzbogenfenstern sieht man Abel als jungen Mann, wie er Gott an einem Altar verehrt, (Liebe vom Herzen), Abraham, wie er seinen Sohn opfern will, (Liebe von der Seele), Mose, von Gott gefordert am brennenden Dornbusch (Liebe mit Kräften), und David als König, Musiker und Hirte (Liebe vom Gemüt). Eine weitere Dimension wird beigetragen durch das obere Bild von Elia, der in den Himmel auffährt.

Das Hauptthema des Ostfensters ist das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und die Geschichte wird in vier Teilen dargestellt – die Räuber überfallen den Reisenden, der Levit untersucht den verletzten Mann, geht aber weiter, der Priester geht auch vorüber, der Samariter verbindet seine Wunden und sorgt schlie?lich dafür, dass der verletzte Mann gepflegt wird. Der Text - „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst” – ergänzt den des Westfensters und noch eine weitere Dimension wird im Bogen hinzugefügt, wo ein weiterer Text („Geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe”) durch eine Versöhnungsszene neben einem mit Gaben bedeckten Altar veranschaulicht wird.